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Impressionismus in Russland.
Aufbruch zur Avantgarde

in Kürze

Die Ausstellung im Museum Barberini widmet sich der bislang kaum erforschten Rezeption französischer Lichtmalerei in Russland und zeigt anhand von über 80 Werken – von Ilja Repin bis Kasimir Malewitsch –  die Internationalität der Bildsprache um 1900.

Seit den 1860er Jahren zog Paris als führende europäische Kunstmetropole Maler der Akademien von Moskau und St. Petersburg an. In der Auseinandersetzung mit der impressionistischen Malerei des modernen Lebens befreiten sie sich vom Regelwerk des akademischen Realismus in Russland. Die Begegnung mit der französischen Malerei inspirierte Künstler wie Ilja Repin, Konstantin Korowin und Valentin Serow zu Darstellungen, die neben dem Eindruck des Gegenwärtigen Momente einer sinnlichen, dem Leben zugewandten modernen Welt zeigten. Elektrisches Licht, die Auslagen der Schaufenster und die Architektur der modernen Boulevards boten ihnen Motive, denen sie mit großer malerischer Freiheit begegneten. 

Das vom Impressionismus inspirierte Malen unter freiem Himmel veränderte die russische Kunst und machte das Thema Landschaft populär. Repin, Wassili Polenow und ihre Schüler Korowin und Serow erkundeten die Natur um Moskau und reisten in die Weiten des Nordens. Das Malen en plein air und ein skizzenhafter Stil führten die Künstler an Motive einer Lebensfreude heran, die sich von den existentiellen Themen der russischen Kunst lossagte. Die Künstler fingen das Unbeschwerte des modernen Freizeitvergnügens auch auf der Datscha in lichtdurchfluteten impressionistischen Interieurs ein. Das Studium des Lichts in Innenräumen und auf den Gegenständen von Stillleben führte zur Aufwertung dieser an der Moskauer Akademie gering geachteten Gattungen. In Portraits und Familienbildern wiederum verknüpften die russischen Künstler Unmittelbarkeit mit psychologischer Deutung zu einer eigenen Spielart des Impressionismus. Fragen der nationalen Identität spielten dabei ebenso eine Rolle wie das Verhältnis zur realistischen Tradition innerhalb der Malerei.

#ImpressionismusRussland
 Ilja Repin:  Auf dem Feldweg. Vera Repina mit ihren Kindern,  1879, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau

Ilja Repin: Auf dem Feldweg. Vera Repina mit ihren Kindern, 1879, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau

„Als Wassily Kandinsky 1896 in einer Ausstellung in Moskau vor ein Gemälde aus der Serie der Getreideschober von Claude Monet trat, sah er zu seiner Irritation ein Bild leuchtender Farben – ohne einen Gegenstand erkennen zu können. Diese Störerfahrung bestätigte ihn darin, in seiner Malerei auf das Motiv zu verzichten. Diese Anekdote ist ein kleiner Mosaikstein in einer vielschichtigen Wirkungsbeziehung zwischen dem französischen Impressionismus und der russischen Kunst zwischen 1860 und 1925.“

Ortrud Westheider, Direktorin, Museum Barberini
Kasimir Malewitsch
Sommer (oder Haus und Garten), 1906
Sammlung Vladimir Tsarenkov, London
Konstantin Korowin
Paris. Café de la Paix, 1906
Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau
Michail Larionow
Flieder, 1904/05
Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau
Natalija Gontscharowa
Der Wald, 1913
Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid
Olga Rosanowa
Winter. Dompfaffen im Baum, 1907/08
Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau
Robert Falk
Lisa in der Sonne, 1907
Staatliches Museum der Bildenden Künste der Republik Tatarstan, Kasan
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Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde
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