Philip Radowitz
Die Kunst der Vermittlung
Mi, 27. Mai, 19 Uhr
Mit Paul Cassirer (1871–1926) würdigt die Alte Nationalgalerie ab 22. Mai 2026 einen der bedeutendsten Kunsthändler seiner Zeit. Anlass ist sowohl der 100. Todestag Cassirers als auch das 150-jährige Jubiläum des Museums, dessen Sammlung in vielerlei Hinsicht mit seinem Wirken verknüpft ist. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh erlangten durch ihn erstmals größere Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum. Mit der Präsentation ihrer Werke prägte Cassirer die deutsche Kulturlandschaft nachhaltig und stieß leidenschaftlich geführte Diskussionen in der Öffentlichkeit an. Zahlreiche Schlüsselwerke fanden durch seine Vermittlung Eingang in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen, darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie.
Der Vortrag widmet sich einigen Aspekten der vielfältigen Wirkungsgeschichte und der ungewöhnlich dichten und kontinuierlichen Ausstellungstätigkeit des in Berlin ansässigen Cassirers, mit der er maßgeblich die Verbreitung des französischen Impressionismus und der französischen Moderne in Deutschland prägte.
Dr. Anette Hüsch ist seit März 2025 Direktorin der Alten Nationalgalerie. Sie studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie, Philosophie und Ästhetik und visuelle Kommunikation an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als wissenschaftliche Museumsassistentin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, der Neuen Nationalgalerie und in der Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin, ab 2006 als Kuratorin für die Häuser der Nationalgalerie, die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland und die Kunstsammlung der Europäischen Patentorganisation mit Sitz in München, Berlin, Brüssel, Den Haag und Paris.
Seit 2010 war sie Direktorin der Kunsthalle zu Kiel. Unter ihrer Leitung zeigte das Haus zum Teil in Kooperationen mit anderen Museen Ausstellungen zur Moderne und Gegenwart, darunter Emil Nolde und die Brücke, Sterne fallen: Von Boccioni bis Schiele. Der erste Weltkrieg als Ende Europäischer Künstlerwege, Zauber der Wirklichkeit. Der Maler Albert Aereboe sowie Dritte Welle. Die Gruppe Spur, der Pop und die Politik, Amazons of Pop! Künstlerinnen, Superheldinnen, Ikonen 1961-1973 und Ausstellungen mit Künstlerinnen wie Anita Albus, Miriam Cahn oder Alicja Kwade.
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Mi, 27. Mai, 19 Uhr