Fabian Hinrichs: Markus Nass
Nina Kunzendorf: Valeria Mitelman
„Die Zeiten ändern sich, aber die Menschen bleiben immer dieselben Schufte“
Mi, 20. Mai, 19 Uhr
In Max Liebermanns Briefen offenbart sich nicht nur der Künstler, sondern auch der Zeitzeuge und scharfsinnige Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie gewähren Einblick in seine Gedankenwelt zwischen Weltoffenheit und zunehmender Ausgrenzung, zwischen bürgerlicher Kultur und politischer Bedrängnis. Seine Korrespondenz erzählt von Kunst, persönlichen Zweifeln und der wachsenden Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland – und ist damit ein eindrückliches Dokument einer Epoche im Wandel.
Nina Kunzendorf und Fabian Hinrichs verleihen den Briefen Ausdruck und Präsenz. Ihre Lesung verbindet Kunstgeschichte und Lesung zu einem bewegenden Abend, der Liebermanns Stimme neu erfahrbar macht.
Nina Kunzendorf, 1971 geboren, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Nach einem Engagement am Nationaltheater Mannheim spielte sie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, danach bis 2004 im Ensemble der Münchner Kammerspiele. Ihr Fernsehdebüt hatte sie 2002 in Jo Baiers „Verlorenes Land“. Sie erhielt mehrfach den Grimme-Preis, so 2006 für ihre Rolle im „Polizeiruf 110 - Der scharlachrote Engel“, 2011 für „In aller Stille“ und 2012 für „Liebesjahre“. 2015 erhielt sie den Deutschen Filmpreis für ihre Rolle in Christian Petzolds „Phoenix“. 2023 war sie mit dem Film „Das Mädchen von früher“ für den Hessischen Film- und Kinopreis nominiert.
Fabian Hinrichs ist einer der vielseitigsten und meistausgezeichneten Schauspieler des deutschsprachigen Raums. Er sammelte Bühnenerfahrung an renommierten Häusern wie der Volksbühne Berlin, den Münchener Kammerspielen und dem Burgtheater Wien und wurde gleich zweimal – 2010 und 2020 – von Kritiker:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Theaterschauspieler des Jahres gewählt. Neben seiner Bühnenarbeit ist er einem breiten Publikum als Tatortkommissar Felix Voss in der ARD bekannt; international wurde er durch seine Rolle als Hans Scholl in der Oscar-nominierten Produktion „Sophie Scholl – Die letzten Tage" (2005) bekannt. Als Autor und Regisseur entwickelt Hinrichs seit 2008 eigene Theaterproduktionen, u.a. für die Berliner Festspiele und das HAU Berlin; zahlreiche Theaterstücke von René Pollesch und ihm entstanden in gemeinschaftlicher Autorenschaft beim Rowohlt-Verlag sowie in gemeinschaftlicher Regie. Zu seinen jüngsten Auszeichnungen zählt der Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen für seine Hauptrolle in der ARD-Serie „ZERV". Hinrichs ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Deutschen Akademie für Fernsehen. 2027 wird sein persönliches Sachbuch „Ästhetik der Verzweiflung“ erscheinen.
Termine und Tickets
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Mi, 20. Mai, 19 Uhr