Nikolaus Bernau über das Fabelwesen in der Kunst
Palastdekoration, quietscherosa Spielzeug, LGBT-Flagge: Einhörner sind bis heute Teil der Kunst- und Religionsgeschichte, vor allem aber der westlichen Alltags- und Lebenswelt. In drei Folgen widmet sich der Kulturjournalist Nikolaus Bernau auf dem rbb-Kulturradio radio3 dem Fabelwesen in der Kunst.
Im ersten Beitrag geht es um Wandteppiche von Brandenburg bis Paris. Die Kirche St. Gotthardt in Brandenburg an der Havel ist Leihgeber eines wenig bekannten, aber einzigartigen Kunstwerks aus dem 15. Jahrhundert auf, einen großen Wirkteppich, in dessen Zentrum ein Einhorn dargestellt ist. Aus Anlass der Einhorn-Ausstellung im Museum Barberini wurde der Teppich, der 5,5 Meter lang ist und sich seit Jahrhunderten in der Kirche befindet, gereinigt und restauriert.
Gleich am Beginn der Ausstellung über das Einhorn in der Kunst im Potsdamer Museum Barberini sieht man ein niederländisches Gemälde mit einem so gewaltigen, pferdeartigen Einhorn, dass alles andere als niedlich erscheint. Direkt daneben liegt ein Einhorn aus China in der Vitrine. Was verbindet beide und warum wirkt das Einhorn so brutal, fragt Bernau in Teil 2.
Im dritten Teil untersucht Bernau die Berliner Museumssammlungen und folgt dien Spuren wichtiger Sammler von Friedrich Wilhelm IV. über Wilhelm von Bode bis zu James Simon.
Carsten Kampf