Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland
Max Liebermann war der Wegbereiter der ersten künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Mit seinem frühen und richtungsweisenden Blick nach Frankreich leitete er eine Erneuerung der Malerei ein, die den deutschen Impressionismus nachhaltig prägte. Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland zeigt vom 28. Februar bis 7. Juni 2026 anhand von über 110 Werken aus mehr als 60 internationalen Sammlungen eindrucksvoll die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland in seiner ganzen Bandbreite.
Max Liebermann, Biergarten „De Oude Vink“ bei Leiden, 1905, Kunsthaus Zürich
Im Zentrum steht Liebermann in seinen Rollen als Künstler, Sammler und Präsident der Berliner Secession, der entscheidende Impulse für die Internationalisierung des deutschen Kunstbetriebs gab. Zugleich macht die Ausstellung sichtbar, wie eine neue Generation von Malerinnen und Malern – inspiriert von der französischen Moderne – Themen wie pulsierende Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen, Kinderportraits und Theaterszenen künstlerisch weiter- entwickelte. Neben Schlüsselwerken von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde werden auch Arbeiten weiterer bedeutender und neu zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler gezeigt, darunter Philipp Franck, Dora Hitz, Gotthardt Kuehl, Sabine Lepsius, Maria Slavona und Lesser Ury.
Lesser Ury, Hochbahnhof Bülowstraße, 1922, Privatsammlung Süddeutschland
Lovis Corinth, Die Lesende, 1911, Privatsammlung
Ortrud Westheider, Direktorin und Kuratorin, Museum Barberini„Eine Ausstellung zum Impressionismus in Deutschland zu zeigen, eröffnet die Möglichkeit, die Werke unserer eigenen Kunstgeschichte mit frischem Blick in einem internationalen Kontext zu betrachten. Wir wünschen unseren Besucherinnen und Besuchern viel Freude und Inspiration beim Eintauchen in die leuchtenden Bildwelten von Max Liebermann und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern – Bilder, die eindrucksvoll die hohe malerische Qualität und die emotionale Ausdruckskraft des Impressionismus in Deutschland sichtbar machen.“
Die Leihgaben stammen aus bedeutenden deutschen und internationalen Sammlungen, darunter die Alte Nationalgalerie Berlin, das Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, das Folkwang Museum Essen, das Städel Museum Frankfurt, die Neue Pinakothek München, das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza Madrid, das Musée d’Orsay Paris und das Belvedere Wien. Mit Werken von über zwanzig Künstlerinnen und Künstlern zeigt die Ausstellung die Vielfalt des deutschen Impressionismus und spannt einen chronologischen Bogen von den 1880er bis in die 1930er Jahre. Sie beleuchtet die von Frankreich ausgehenden Impulse und ihren Resonanzraum vor und nach dem Ersten Weltkrieg.
Technischer Fortschritt, gesellschaftliche Modernisierung und neue Mobilität ermöglichten eine bisher unbekannte künstlerische Freiheit. Der unter freiem Himmel entwickelte Malstil des Impressionismus spiegelt mit seinen Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen exemplarisch diese Epoche der künstlerischen Neuerung wider.
Max Liebermann, Simson und Delila, 1902, Städel Museum, Frankfurt am Main
Ein besonderer Fokus liegt auf dem lange vernachlässigten Beitrag von Künstlerinnen zur Entwicklung des deutschen Impressionismus. Gezeigt werden Werke von Charlotte Berend-Corinth, Emilie von Hallavanya, Dora Hitz, Sabine Lepsius und Maria Slavona. Sie behaupteten sich bereits im konservativen Kaiserreich künstlerisch und ermöglichen heute ein erweitertes Verständnis der Bewegung. Ein weiterer neuer Aspekt ist der Blick auf die Anregungen, die deutsche Künstlerinnen und Künstler in Frankreich erhalten haben und wie sie diese Impulse in ihre Malerei umsetzen.
Photo: H. Hünnerkopf
Maria Slavona, Stillleben vor rotem Hintergrund, 1911, Stiftung Schlösschen im Hofgarten, Wertheim am Main
Photo: Jens Ziehe
Sabine Lepsius, Doppelportrait der Geschwister Cornelia (geb. 1921) und Charlotte Hahn (geb. 1926), 1932, Jüdisches Museum Berlin
Das Museum Barberini zeigt mit der Sammlung Hasso Plattner dauerhaft 115 impressionistische und postimpressionistische Werke und widmet sich in seinem Programm auch dem internationalen Impressionismus. 2020 präsentierte das Museum die Ausstellung Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde, 2023 folgte Wolken und Licht. Impressionismus in Holland.
Photo: Kunsthaus Lempertz/Saša Fuis Photographie, Köln
Philipp Franck, Wannsee, 1915, Privatsammlung, Frankfurt am Main
Die Ausstellung und der begleitende Katalog gingen aus einem wissenschaftlichen Symposium hervor, das am 11. Dezember 2024 im Museum Barberini stattfand. Sie entstand in Kooperation mit dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden, und war dort vom 3. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 zu sehen.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
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