Marie Laurencin. Rollenspiel
Paris in den 1920er-Jahren war geprägt von Aufbruch und künstlerischer Freiheit. In diesem Umfeld entwickelte sich Marie Laurencin (1883–1956) zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen der französischen Avantgarde.
Ausgehend vom Kreis der Kubisten und im engen Austausch mit Guillaume Apollinaire, Gertrude Stein und Pablo Picasso fand sie zu einer abstrahierenden Figuration in Pastellfarben. Ihr Werk, das sich nahezu ausschließlich auf die Darstellung von Frauen konzentriert, thematisiert Weiblichkeit und Identität als bewusst inszenierte und wandelbare Rollen. Laurencin arbeitete nicht nur als Malerin. Für die Ballett Russes entwarf sie Bühnenbilder und Kostüme. Ihre Bilder inspirierten führende Modeschöpferinnen. Sie stellte zusammen mit Designern aus und entwarf mit ihnen Raumgestaltungen. Zudem schrieb sie Gedichte und illustrierte Bücher. Die Ausstellung präsentiert eine Künstlerin, deren zentrale Rolle in der Moderne lange unterschätzt wurde.
Mit zahlreichen Leihgaben des Musée Marie Laurencin in Tokio, die zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sind.