coop99 Filmproduktion
Filmische Künstlerporträts
Mehrere Termine
Begleitend zur Ausstellung präsentiert das Filmmuseum Potsdam (Breite Str. 1a, 14467 Potsdam) eine Reihe über Künstlerinnen und Künstler und ihre Inszenierung im Kino. Von Sacha Guitrys frühem Künstlerporträt Ceux de chez nous (1915) über Klassiker wie Henri-Georges Clouzots Le Mystère Picasso (1956) und Filme wie Loving Vincent (2017) bis zu zeitgenössischen Künstlerporträts wie Mit einem Tiger schlafen (2024) über Maria Lassnig und Corinna Belz’ Dokumentarfilm Gerhard Richter Painting (2011) spannt die Reihe einen Bogen durch mehr als ein Jahrhundert Filmgeschichte. Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilme eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf künstlerische Schaffensprozesse, persönliche Lebenswege und den Künstler-Mythos.
Donnerstag, 10.12.2026
Filmmuseum Potsdam
18 Uhr
Ceux de chez nous
R: Sacha Guitry, F 1915, Dok., 21’
Er träumte von einer neuen Enzyklopädie, hatte Sacha Guitry zur Entstehung seines Films geäußert. Nach seinem Geschmack (!) vereint er die größten Persönlichkeiten Frankreichs seiner Zeit – u.a. Auguste Rodin, Claude Monet, Sarah Bernhardt, Edgar Degas, Auguste Renoir – und filmt sie zumeist bei der Arbeit. Randnotiz: Der Junge, der in einer Szene mit Auguste Renoir hinter diesem zu sehen ist, ist Claude Renoir, der jüngere, damals 14-jährige Bruder von dem späteren Filmemacher Jean Renoir, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schon 21 Jahre alt und im Krieg verletzt worden sein musste.
Einführung: Dr. Johanne Hoppe (Filmwissenschaftlerin)
Donnerstag, 10.12.2026
Filmmuseum Potsdam
19:00 Uhr
Renoir
R: Gilles Bourdos, D: Michel Bouquet, Christa Théret, Vincent Rottiers, F 2012, OmU, 111‘
Der Maler Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) in einer späten Phase seines Lebens: Mit einer Art Familie aus Angehörigen, Bediensteten, Modellen und ehemaligen Geliebten hat er sich auf ein Landgut zurückgezogen und malt in der freien Natur. Seine wichtigste Muse ist die junge Andrée, in die sich sein Sohn Jean, der spätere Filmemacher, verliebt, als er aus dem Krieg zurückkehrt und sich auf dem Landgut erholt. Der Film spielt im Sommer des Jahres 1915, dem Jahr also, in dem Ceux de chez nous (s. 10. Dezember) herauskam.
Freitag, 18.12.2026, 19:00 Uhr
Donnerstag, 10.12.2026
Mit einem Tiger schlafen
R: Anja Salomonowitz, D: Birgit Minichmayr, Johanna Orsini, Maria Nicolini, Österreich 2024, 107‘
In der männlich dominierten Kunstwelt musste die österreichische Avantgarde-Künstlerin Maria Lassnig lange um Anerkennung kämpfen. Heute zählt sie zu den wichtigsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Der poetische biografische Spielfilm erzählt ihre Suche nach ihrem ganz persönlichen künstlerischen Ausdruck als körperliches Ringen um ihre Malerei. Dabei brechen surreale, performative und dokumentarische Elemente immer wieder die Fiktion auf. Ein eigenwilliger Beitrag zum Genre der Künstler-Biografie aus feministischer Perspektive.
Freitag, 8.1.2027, 19:00 Uhr
Donnerstag, 10.12.2026
Le Mystère Picasso
R: Henri-Georges Clouzot, F 1956, Dok., OmU, 78’
1955 beschließt Henri-Georges Clouzot mit seinem Freund Picasso einen nie da gewesenen Kunst-Film zu drehen, „einen Film, der den Moment und das Mysterium des kreativen Schaffens festhalten kann“. Entstanden ist ein Künstlerfilm, der inzwischen selbst zum Klassiker geworden ist: Clouzot hebt besonders die Körpersprache und den Malgestus des Künstlers hervor. Picasso fertigt vor laufender Kamera spielerische Schwarz-Weiß-Zeichnungen und farbenfrohe Ölbilder an. Mithilfe von Stop-Motion-Animationen entfalten diese sich innerhalb weniger Minuten vor unseren Augen.
Die meisten Werke wurden übrigens nach ihrer Fertigstellung zerstört, um ihre Einzigartigkeit für das Filmprojekt zu wahren.
Freitag, 15.1.2027, 19:00 Uhr
Donnerstag, 10.12.2026
Loving Vincent
R: Dorota Kobiela, Hugh Welchman, GB/PL 2017, Animation, OmU, 95‘
Der junge Armand Roulin erhält von seinem Vater, dem Postmeister von Arles, den Auftrag, einen Brief des Malers Vincent van Gogh an dessen Bruder Theo zu überbringen. Der Künstler hatte sich bereits im Jahr zuvor das Leben genommen. Als Roulin herausfinden muss, dass Theo ein halbes Jahr nach Vincent gestorben ist, sucht er Vincent van Goghs Zeitgenoss:innen auf, um mehr über die Umstände seines Todes zu erfahren. War es doch kein Selbstmord?
Für Loving Vincent schufen 125 Künstler:innen 65.000 Einzelbilder. Es ist der erste vollständig in Öl gemalte Langfilm der Geschichte. Ohne jedes Heischen nach biografischen Sensationen ist den Macher;innen ein einfühlsames Künstlerporträt gelungen, das als schlaues Kriminalstück daherkommt und ausschließlich van Goghs Gemälde und dessen umfassenden Briefwechsel als Quellen verwendet.
Freitag, 12.2.2027, 19:00 Uhr
Donnerstag, 10.12.2026
Gerhard Richter Painting
R: Corinna Belz, D 2011, Dok., 101’
Regisseurin Corinna Belz durfte von April bis September 2009 in Gerhard Richters Atelier die Entstehung eines Zyklus’ großformatiger abstrakter Gemälde beiwohnen. Der Schaffensprozess, bei dem auch Zufälle und die Möglichkeit des Scheiterns eine Rolle spielen, wird hautnah nachvollziehbar. Der Künstler wird auch auf dem Parkett des Kunstmarks begleitet. Richters (Selbst-)Reflexionen erlauben interessante Einblicke in seine Denkwelt.
Mit Vorfilm: In der Werkstatt. Gerhard Richter R: Hannes Reinhardt, D 1969, Dok., 14’
Bei Vorlage einer Eintrittskarte des Museums Barberini gewährt das Filmmuseum Potsdam ermäßigten Eintritt zu den genannten Filmen. Bei Vorlage eines Tickets der Filmvorführungen gewährt das Museum Barberini ermäßigten Eintritt in die Ausstellung Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk.
Termine und Tickets
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Kartenreservierung: 0331-27181-12 oder ticket@filmmuseum-potsdam.de