ART+COM Studios
FRAGMENTS: Digitaler Begleiter von Networks of Impressionism
Sechs digitale Projekte übersetzen die Forschungsarbeit von Networks of Impressionism in unterschiedliche Formen der Vermittlung. Sie verbinden Kunst, Literatur, Photographie, Klang und interaktive Technologien und eröffnen neue Zugänge zu den Menschen, Orten und Geschichten hinter den Gemälden. Von der Graphic Novel bis zur Rauminstallation im Museum Barberini machen sie das Netzwerk des Impressionismus auf unterschiedliche Weise erfahrbar.
Die von ART+COM Studios, Berlin, entwickelte Medieninstallation FRAGMENTS im Museum Barberini lässt aus Fragmenten impressionistischer Gemälde neue visuelle Kompositionen entstehen. Auf Grundlage kunsthistorischer Forschungsdaten von Networks of Impressionism entfaltet sich ein poetisches Zusammenspiel aus Form, Farbe, Bewegung und Klang.
Grundlage der Installation bilden die 115 Gemälde der Sammlung Hasso Plattner des Museums Barberini, zerlegt in über 74 000 quadratische Einzelteile, die nach Farbwerten kategorisiert und über ein Raster aus 12 960 Zellen zu neuen generativen Kompositionen zusammengefügt werden. Das Ergebnis ist ein poetisches Spiel von Form, Farbe und Bewegung, das die Vielheit und Verbundenheit des Impressionismus gleichermaßen immersiv verkörpert. Die Installation bildet den Abschluss der Jubiläumsausstellung im Museum Barberini und eröffnet einen neuen Blick auf die wissenschaftliche Arbeit des Museums.
Aus der Ferne erscheinen auf der sieben Meter breiten Leinwand nahezu reale Naturszenen: ein blaues Stück Himmel, Sonne auf Wasser in Hellgelb, grüne Baumkronen im Wind. Aus der Nähe wird sichtbar, wie sich diese Szenen aus einzelnen Bildfragmenten zusammensetzen. Die Motive und Pinselstriche der impressionistischen Quellwerke treten hervor – ganz im Sinne des impressionistischen Zusammenspiels von Nah- und Fernwirkung. Im Halbsekundentakt zeigt jede Zelle ein neues Fragment und stimmt die Einblendrichtung mit ihren unmittelbaren Nachbarn ab. Aus unzähligen Einzelentscheidungen entstehen emergente Strömungen, die wie ein Schwarm über die Leinwand ziehen.
Beim Herantreten werden Besucher Teil der Komposition: Ein Lidar-Sensor erfasst ihre Bewegungen und lässt ihre Silhouetten schemenhaft aus hellen Bildfragmenten entstehen. Wer verweilt, erhält einen vertiefenden Einblick in die kunsthistorische Datenbank von Networks of Impressionism: Sechs beispielhafte Geschichten machen wissenschaftliche Zusammenhänge emotional erfahrbar und zeigen Verbindungen zwischen impressionistischen Werken aus aller Welt auf.
Die eigens für die Installation entwickelte komponierte Musik stammt von Carlo Heller, der im Rahmen des Projekts von Alva Noto als Mentor begleitet wurde. Die Musik erweitert die visuelle Inszenierung um eine eigenständige akustische Ebene und verleiht der Installation eine zusätzliche räumliche und atmosphärische Dimension. Darüber hinaus wirkte Sterre Barrentsen, Museum Barberini, kuratorisch an der Werkauswahl sowie an der Entwicklung der inhaltlichen Konzeption mit.